Erfassung der CO2 Emissionen
Zur Erfassung klimaschädlicher Emissionen investierten wir in das Umweltcontrolling System „Climate3-LCA“. Dieses bietet uns die Möglichkeit sowohl Umweltauswirkungen des Produktionsbetriebes, sowie einzelner Produkte, zu berechnen. Für die Berechnung werden die Grunddaten der Datenbanken GEMIS 5.0 und Probas verwendet. Langfristig soll das Umweltcontrolling in unseren Stammdatenbanken und Managementprozessen integriert werden. Die Erfassung und Bewertung der CO2 Emissionen erfolgt nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protocol) in den Scopes Eins bis Drei.
•Scope 1: Umfasst die direkte Freisetzung klimaschädlicher Gase im eigenen Unternehmen z.B. durch das Verbrennen von Erdgas im Heizkessel oder Emissionen aus dem eigenen Fuhrpark
•Scope 2: Umfasst die indirekte Freisetzung klimaschädlicher Gase durch Energielieferanten z.B. durch eingekauften Strom aus dem Versorgernetz
•Scope 3: Umfasst die indirekte Freisetzung klimaschädlicher Gase in der vor- und nachgelagerten Lieferkette z.B. durch Emissionen aus Rohstoffen, Dienstreisen oder dem Pendeln der Mitarbeiter zur Arbeit
Seit 2021 erfassen wir unseren CO2-Fußabdruck in den Scopes 1 und 2 jährlich. Im Betrachtungsrahmen haben wir die Produktion in der Zeißstraße, das Stammhaus in der Breiten Straße sowie unser Café in Travemünde. Dabei ermitteln wir den CO2-Fußabdruck sowohl marktbasiert als auch standortbasiert. Als interne Kennzahl für die Produktion erheben wir die Produktionsmenge [Kg]/ CO2e [Kg].
Scope 3 Emissionen entstehen überwiegend in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Aufgrund fehlender Primärdaten und aussagekräftiger Informationen aus den Lieferketten stellt uns die Erfassung der Scope 3 Emissionen noch vor Herausforderungen. Trotzdem haben wir erste Schritte unternommen. Mit Hilfe von Grunddaten der Datenbank GEMIS 5.0 werden die CO2 Emissionen der Rohwaren Schokolade, Mandeln und Zucker seit 2024 erfasst. In 2025 haben wir mit Hilfe einer Mitarbeiterbefragung erstmals Primärdaten der CO2 Emissionen unserer Mitarbeiter auf Ihrem täglichen Weg zur Arbeit erhalten.
WARMWASSERAUFBEREITUNG
An unsere Süßwaren haben wir einen hohen Qualitätsanspruch. Das gilt auch für die Lebensmittelsicherheit. Um Mikroorganismen abzutöten, wird Leitungswasser vor Zugabe in ein Produkt auf 95°C erhitzt. Seit 2024 können wir auf diesen Arbeitsschritt durch den Einsatz von Sterilfiltern verzichten.
Mit dieser kleinen Maßnahme konnten wir den Stromverbrauch im betroffenen Arbeitsbereich um 1% verbessern, da die Warmwassererzeugung entfällt.
Seit 2023 flämmen wir unser berühmtes Marzipan Königsberger Art nicht mehr in einem traditionellen Gasflämmofen. Mit der Motivation auf strombasierte Produktionsanlagen zu wechseln, investierten wir in eine andere Technologie; einen elektrisch betriebenen Infrarot-Flämmofen. Gegenüber dem gasbetriebenen Vorgänger bringt dies einige Vorteile: Durch die gezielte Wärmeübertragung der Infrarotstrahlen gelangt die Energie direkt auf die Produktoberfläche, ohne diffuse Wärmestrahlung an die Raumluft abzugeben. Ausgehend von den Herstellerangaben der beiden Flämmöfen verbraucht der neue Ofen ca. 51% weniger Energie.
Und das Marzipan Königsberger Art? Schmeckt genauso gut wie zuvor.



Im September 2024 startete die Modernisierung der Lüftungsanlage in unserem Stammhaus. Eine komplett neue Anlage konnte aus Platzgründen in die historische Bausubstanz nicht integriert werden – daher lag der Fokus darauf, die bestehende Technik auf den neuesten Stand zu bringen.
Im Rahmen des Projekts wurden neue Lüfter und Motoren installiert, das Kälteaggregat erneuert und die Steuerung umfassend modernisiert. Diese gezielten Maßnahmen zahlten sich aus: Die aktuellen Messwerte belegen eine Steigerung der Energieeffizienz um 10%.



